Kreislaufwirtschaft

Gärgut und Kompost: Worauf es bei der Qualität ankommt

Kompost und Gärgut bringen Nährstoffe und Humus zurück auf die Felder. Welche Qualitätskriterien dafür entscheidend sind.

Maispflanzen auf einem Feld in Nahaufnahme

Am Ende jeder Kompostier- und Vergärungsanlage steht ein Produkt, das zurück auf Felder, in Gärten und Gemüsebeete geht: Kompost oder Gärgut. Diese Recyclingdünger schliessen den Kreislauf der Biomasse. Damit sie Böden verbessern statt belasten, müssen sie eine Reihe von Qualitätskriterien erfüllen.

Kompost und Gärgut: der Unterschied

Kompost entsteht, wenn organisches Material unter Zufuhr von Luft abgebaut wird. Mikroorganismen, Pilze und Bodenlebewesen verwandeln Gartenabfälle und Grüngut über Wochen und Monate in eine krümelige, erdige Masse. Kompost ist reich an stabilem Humus und verbessert die Bodenstruktur.

Gärgut bleibt nach der Vergärung in einer Biogasanlage zurück. Da dort ohne Sauerstoff gearbeitet wird und ein Teil des Kohlenstoffs als Methan entweicht, enthält Gärgut weniger organische Substanz, dafür aber viele schnell verfügbare Nährstoffe, besonders Stickstoff. Es gibt Gärgut flüssig oder, nach einer Abtrennung, als festes Gärgut. Oft wird festes Gärgut anschliessend noch nachkompostiert.

Nährstoffe und Humus

Beide Produkte liefern Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und Spurenelemente. Ein grosser Vorteil gegenüber Mineraldünger ist die organische Substanz: Sie fördert das Bodenleben, speichert Wasser und erhöht die Krümelstabilität. Gerade in Zeiten trockener Sommer ist das ein wichtiges Argument. Für eine bedarfsgerechte Düngung müssen Landwirte die Nährstoffgehalte kennen. Seriöse Anlagen lassen ihre Produkte deshalb regelmässig analysieren und geben die Werte an.

Fremdstoffe: das grösste Problem

Kunststoff, Glas und Metall haben in einem Dünger nichts zu suchen. Trotzdem gelangen sie über falsch befüllte Grüngutcontainer immer wieder in die Anlagen. Grössere Teile lassen sich absieben, kleine Plastikfetzen hingegen kaum. Für Kompost und Gärgut gelten deshalb Grenzwerte für Fremdstoffe. Die beste Massnahme ist eine saubere Sammlung, wie wir sie im Beitrag Grüngut richtig sammeln beschreiben.

Schadstoffe

Neben sichtbaren Fremdstoffen werden auch Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Kupfer oder Zink sowie bestimmte organische Schadstoffe untersucht. In der Schweiz legt die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung Grenzwerte für Kompost und Gärgut fest. Wer Recyclingdünger in Verkehr bringt, muss zudem die Vorgaben des Düngerrechts einhalten. Die Anlagen werden regelmässig kontrolliert, und die Ergebnisse entscheiden darüber, ob ein Produkt als Dünger abgegeben werden darf.

Hygienisierung

Bioabfälle können Krankheitserreger, Pflanzenkrankheiten und keimfähige Unkrautsamen enthalten. Damit diese nicht auf die Felder gelangen, muss das Material während der Behandlung ausreichend lange hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Bei der Kompostierung geschieht das in der heissen Rotte, in der sich das Material von selbst stark erwärmt. Bei der Vergärung sorgt entweder ein thermophiler Prozess oder eine separate Hygienisierungsstufe dafür.

Reifegrad und Verwendung

Nicht jeder Kompost passt für jede Anwendung. Frischkompost enthält noch mehr leicht abbaubare Stoffe und eignet sich für den Acker. Reifer Kompost ist pflanzenverträglich und kann im Gemüsebau, in Gärten und für Pflanzerden verwendet werden. Ein einfacher Kressetest zeigt, ob ein Kompost bereits pflanzenverträglich ist: Keimt die Kresse darin gut, ist er reif.

Fazit

Kompost und Gärgut sind wertvolle Dünger, wenn die Qualität stimmt. Entscheidend sind saubere Ausgangsstoffe, ein gut geführter Prozess und regelmässige Kontrollen. Wie die Vergärung auf einem Bauernhof abläuft, zeigt der Beitrag zur landwirtschaftlichen Biogasanlage.