Energie aus Biomasse

Strom, Wärme und Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und Reststoffen: die wichtigsten Wege im Überblick.

Aufgeschichtete Baumstämme am Waldrand

Warum Energie aus Biomasse so wichtig ist

Zu Zeiten des Klimawandels nehmen erneuerbare Energien einen besonderen Stellenwert ein. Der Grund hierfür ist, dass es sich um klimaneutrale Energie handelt, die sich laufend erneuert. Dasselbe gilt für Energie aus Biomasse. Die Grundlage hierfür sind nachwachsende Rohstoffe, die nur soviel CO2 an die Atmosphäre abgeben, wie sie in ihrem Lebenszyklus aufgenommen haben. Die Bedeutung der Biomasse ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ganz gleich, ob es sich um Holz, Nahrungsreste, Gartenabfälle oder Exkremente von Nutztieren handelt, aus Biomasse hergestellte Energie wird immer populärer.

Aus der Biomasse in der Schweiz können ganz unterschiedliche Energieformen hergestellt werden. Dabei kann es sich um Kraftstoffe, Strom und Wärme handeln. Anders als Sonnen- und Windstrom lassen sich die Brennstoffe gut speichern und bei Bedarf nutzen.

Welche Vor- und Nachteile hat Biomasse?

Wenn man sich die Vor- und Nachteile von Biomasse anschaut, überwiegen aus unserer Sicht die positiven Punkte, sofern vor allem Reststoffe genutzt werden. Der wichtigste Punkt ist der Umweltaspekt bei der Herstellung von Energie aus Biomasse. Auch wenn bei der Nutzung CO2 abgegeben wird, beschränkt sich das ungefähr auf die Menge, die die Pflanzen beim Wachsen aufgenommen haben. Ernte, Verarbeitung und Transport verursachen allerdings zusätzliche Emissionen.

Ein weiterer Vorteil sind die kurzen Transportwege. Biomasse ist im eigenen Land verfügbar, ohne dass man fossile Energieträger rund um den Globus verschiffen muss. Zusätzlich wird auch ein Abfallproblem gelöst, wenn Biomasse einer weiteren Verwendung zugeführt wird. Nachteilig sind Monokulturen wie Raps oder Mais, die ausschliesslich der Energiegewinnung dienen, sowie Feinstaub und Stickoxide aus schlecht betriebenen Holzfeuerungen. Eine ausführliche Bilanz ziehen wir im Beitrag Biomasse: Vor- und Nachteile im Überblick.

Kraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Abenddämmerung Grosser Haufen Holzschnitzel unter blauem Himmel

Energie aus Biomasse im Biomassekraftwerk

Nicht nur Biogasanlagen sind dafür geeignet, Energie aus Biomasse zu gewinnen. In einem Biomassekraftwerk werden ebenfalls Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Dieses Kraftwerk arbeitet mit Feststoffen, die verbrannt werden. Mit der Wärme wird Wasser zu Dampf erhitzt, der über eine Turbine einen Generator zur Stromgewinnung antreibt.

Hierzu werden vor allem Energieholz, Stroh oder Garten- und Strauchschnitt verwendet. Ausserdem können Ernterückstände verwertet werden, die anderweitig nicht mehr nutzbar sind. Die Schweiz fördert die Energiegewinnung aus Biomasse auf verschiedenen Wegen. Eine eigene Biomasseverordnung wie in Deutschland gibt es allerdings nicht.

Biomassekraftwerk: Vor- und Nachteile

  • Vorteil: Strom und Wärme unabhängig von Wetter und Tageszeit
  • Vorteil: Nutzung von Restholz und Reststoffen aus der Region
  • Nachteil: Bei reiner Stromerzeugung geht ein grosser Teil der Energie als Abwärme verloren, sinnvoll sind daher Anlagen mit Wärmenutzung
  • Nachteil: Grosse Brennstoffmengen müssen angeliefert und gelagert werden
  • Nachteil: Aufwendige Abgasreinigung für Feinstaub und Stickoxide

Kraftstoffe aus Biomasse

Die Bedeutung der Biomasse zeigt sich auch bei Treibstoffen wie Biodiesel, Pflanzenöl oder Bioethanol. Aus Rohstoffen wie Raps, Zuckerrüben oder Mais, aber auch aus Altspeiseöl und anderen Reststoffen, werden flüssige Treibstoffe hergestellt, mit denen Verbrennungsmotoren betrieben werden. Die Energiedichte liegt in einer ähnlichen Grössenordnung wie bei fossilen Treibstoffen. Biotreibstoffe werden entweder rein verwendet, was angepasste Motoren voraussetzen kann, oder fossilen Treibstoffen beigemischt. In der Schweiz stammen biogene Treibstoffe überwiegend aus Abfällen und Reststoffen.

Nachwachsende Rohstoffe werden dabei selten vollständig zu Energie verarbeitet. Bei Raps zum Beispiel fällt neben dem Öl ein eiweissreicher Presskuchen an, der als Futtermittel dient. Reste, die sich weder als Lebens- noch als Futtermittel eignen, können anschliessend in einer Biogasanlage oder einem Kraftwerk energetisch genutzt werden.

Maispflanzen auf einem Feld in Nahaufnahme

Mehr zum Thema