Holzenergie

Heizen mit Holzpellets: Was vor dem Umstieg zu klären ist

Pelletheizungen ersetzen oft alte Ölkessel. Lagerraum, Brennstoffqualität, Wartung und Feinstaub: die wichtigsten Punkte vor dem Entscheid.

Holzpellets rieseln in einer Produktionshalle in ein Lager

Wer eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen muss, stösst früher oder später auf die Pelletheizung. Sie arbeitet ähnlich bequem wie ein fossiler Kessel, nutzt aber einen erneuerbaren Brennstoff aus der Region. Bevor man sich entscheidet, lohnt es sich, ein paar praktische Fragen zu klären.

Was Holzpellets sind

Pellets sind kleine Presslinge aus naturbelassenem Holz, meist aus Sägemehl und Hobelspänen, die in Sägereien und Holzbetrieben als Nebenprodukt anfallen. Unter hohem Druck gepresst, halten sie durch das holzeigene Lignin zusammen. Erlaubt sind höchstens geringe Mengen natürlicher Presshilfen wie Stärke.

Ein Kilogramm Pellets enthält knapp 5 Kilowattstunden Energie. Als Faustregel ersetzen rund zwei Kilogramm Pellets einen Liter Heizöl. Weil Pellets genormt sind, brennen sie gleichmässig und lassen sich automatisch in den Kessel fördern.

Auf die Qualität achten

Für Heizungen in Wohnhäusern sollten nur Pellets der höchsten Qualitätsklasse verwendet werden. Verbreitet ist das Zertifikat ENplus mit der Klasse A1. Gute Pellets haben eine glatte, glänzende Oberfläche, wenig Abrieb und einen geringen Aschegehalt. Zu viel Staub im Lager kann die Förderung stören, zu viel Asche bedeutet häufigeres Leeren und mehr Verschleiss.

Wie viel Platz das Lager braucht

Der Brennstoff muss irgendwo trocken gelagert werden. In umgebauten Öltankräumen findet ein Pelletlager oft gut Platz. Möglich sind ein gemauerter Lagerraum mit Schrägboden, ein Gewebetank oder ein Erdtank im Garten. Als grobe Orientierung plant man so viel Volumen ein, dass der Jahresbedarf auf einmal geliefert werden kann. Ein Lieferwagen bläst die Pellets über einen Schlauch ein, ein zweiter Stutzen saugt dabei die Luft ab.

Wichtig: In geschlossenen Pelletlagern kann sich Kohlenmonoxid ansammeln. Vor dem Betreten wird gelüftet, und Kinder haben im Lagerraum nichts zu suchen. Die Hinweise der Hersteller sollten unbedingt befolgt werden.

Betrieb und Wartung

Eine Förderschnecke oder ein Saugsystem bringt die Pellets automatisch zum Kessel. Moderne Anlagen zünden selbstständig, passen die Leistung an den Bedarf an und reinigen die Wärmetauscher teilweise selbst. Trotzdem fällt etwas mehr Aufwand an als bei einer Wärmepumpe: Die Aschebox muss je nach Anlage einige Male pro Heizperiode geleert werden, und einmal im Jahr gehört eine Wartung durch Fachleute dazu. Dazu kommt die Kontrolle durch den Kaminfeger.

Feinstaub und Luftreinhaltung

Holzfeuerungen stossen mehr Feinstaub aus als Gas- oder Ölheizungen. Moderne Pelletkessel verbrennen sehr sauber, solange sie richtig eingestellt, gewartet und mit guten Pellets betrieben werden. Für Feuerungen gelten in der Schweiz die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung. Bei grösseren Anlagen kommen oft Partikelfilter zum Einsatz. Ein Kessel, der häufig takten muss, weil er überdimensioniert ist, verbrennt schlechter. Eine sorgfältige Auslegung und ein Pufferspeicher helfen hier.

Kosten und Förderung

Die Anschaffung ist teurer als bei einem neuen Ölkessel, die Brennstoffkosten sind dafür weniger stark von den internationalen Ölmärkten abhängig. Viele Kantone und Gemeinden unterstützen den Ersatz fossiler Heizungen, etwa im Rahmen des Gebäudeprogramms. Die Bedingungen unterscheiden sich stark. Es lohnt sich, vor der Bestellung beim Kanton nachzufragen, da Gesuche oft vor Baubeginn eingereicht werden müssen.

Für wen sich Pellets eignen

Eine Pelletheizung passt vor allem zu Häusern mit hohem Wärmebedarf, etwa älteren Gebäuden mit Heizkörpern, in denen eine Wärmepumpe nur mit grösserem Sanierungsaufwand effizient arbeiten würde. Wer Platz für ein Lager hat und eine regelmässige Wartung nicht scheut, erhält eine komfortable Heizung mit erneuerbarem Brennstoff. Wie sich Pellets von Stückholz und Holzschnitzeln unterscheiden, zeigt unser Vergleich der Holzbrennstoffe. Grundlagen zur Bioenergie finden Sie unter Energie aus Biomasse.