Stückholz, Schnitzel oder Pellets? Holzbrennstoffe im Vergleich
Holz ist nicht gleich Holz: wie sich Stückholz, Holzschnitzel und Pellets in Aufwand, Lagerung und Einsatzbereich unterscheiden.

Holz ist in der Schweiz der wichtigste Brennstoff unter den Biomassen. Doch zwischen dem Cheminée im Wohnzimmer und der Heizzentrale eines Wärmeverbunds liegen Welten. Entscheidend ist, in welcher Form das Holz verbrannt wird. Die drei wichtigsten Brennstoffe sind Stückholz, Holzschnitzel und Pellets.
Stückholz: der Klassiker
Stückholz sind gespaltene Holzscheite, wie man sie vom Holzstapel hinter dem Haus kennt. Sie werden in Kachelöfen, Schwedenöfen, Cheminées und Stückholzkesseln verbrannt. Der Vorteil: Stückholz ist vielerorts direkt beim Forstbetrieb oder bei Landwirten erhältlich und braucht kaum Verarbeitung.
Der Nachteil ist der Aufwand. Das Holz muss gespalten, gestapelt und getrocknet werden, in der Regel ein bis zwei Jahre an einem luftigen, regengeschützten Ort. Gut verbrennen lässt es sich erst, wenn der Wassergehalt unter etwa 20 Prozent liegt. Feuchtes Holz liefert weniger Wärme, verrusst den Kamin und verursacht viel Rauch. Ein einfaches Holzfeuchte-Messgerät schafft Klarheit.
Auch die Art, wie man anfeuert, spielt eine Rolle. Viele Fachleute empfehlen, das Feuer von oben anzuzünden: grosse Scheite unten, kleines Holz und eine Anzündhilfe oben. So brennt das Holz langsam von oben nach unten ab, und es entsteht deutlich weniger Rauch.
Holzschnitzel: Energie für grössere Anlagen
Holzschnitzel, auch Hackschnitzel genannt, entstehen, wenn Restholz aus dem Wald, Astmaterial oder Landschaftspflegeholz maschinell zerkleinert wird. Sie sind günstig und nutzen Holz, das sich für andere Zwecke kaum eignet.
Weil Schnitzel viel Volumen brauchen und ihre Qualität schwankt, werden sie vor allem in grösseren Anlagen eingesetzt: in Schulhäusern, Gemeindegebäuden, Gewerbebetrieben und Wärmeverbünden, die ganze Quartiere versorgen. Ein Silo oder Bunker und eine robuste Fördertechnik gehören dazu. Für ein Einfamilienhaus lohnt sich eine Schnitzelheizung selten, für einen Bauernhof mit eigenem Wald hingegen oft.
Pellets: genormt und bequem
Pellets bestehen aus gepressten Sägespänen. Sie haben eine hohe Energiedichte, eine gleichmässige Qualität und lassen sich automatisch fördern. Damit sind sie der komfortabelste Holzbrennstoff und eignen sich besonders für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Was vor dem Einbau einer Pelletheizung zu beachten ist, beschreiben wir im Beitrag Heizen mit Holzpellets.
Die drei Brennstoffe auf einen Blick
| Stückholz | Holzschnitzel | Pellets | |
|---|---|---|---|
| Typische Anlage | Ofen, Cheminée, Stückholzkessel | Heizzentrale, Wärmeverbund | Pelletkessel, Pelletofen |
| Aufwand für Nutzer | hoch, Nachlegen von Hand | gering, aber Silo nötig | gering |
| Lagerbedarf | gross, Trocknung im Freien | sehr gross | mittel |
| Verarbeitung | gering | Zerkleinern | Trocknen und Pressen |
| Eignung | Zusatzheizung, ländliche Häuser | grössere Gebäude und Netze | Wohnhäuser |
Welcher Brennstoff ist am umweltfreundlichsten?
Alle drei stammen im besten Fall aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Region und haben kurze Transportwege. Für die Luftqualität ist weniger der Brennstoff entscheidend als die Feuerung. Automatische Anlagen mit gut eingestellter Verbrennung und, bei grösseren Leistungen, Partikelfiltern stossen deutlich weniger Feinstaub aus als ein schlecht bedienter Ofen. Bei Stückholz liegt die Verantwortung stark bei den Nutzerinnen und Nutzern: trockenes, unbehandeltes Holz und richtiges Anfeuern machen den grössten Unterschied.
Abfälle, behandeltes Altholz, Spanplatten oder Verpackungen gehören nie in einen Holzofen. Ihre Verbrennung ist verboten und setzt Schadstoffe frei. Welche Rolle Holz insgesamt in der Schweizer Energieversorgung spielt, lesen Sie auf unserer Seite Energie aus Biomasse.


